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Laschets Baustellen

25.01.2021, 07:47 Uhr

Gut eine Woche nach seiner Wahl kommt der CDU-Vorsitzende Armin Laschet erstmals mit seiner neuen Parteispitze zusammen. Er und die CDU stehen im Superwahljahr vor riesigen Herausforderungen.

Es sind große Baustellen, vor denen Armin Laschet als neuer CDU-Chef steht.

Gut möglich, dass die größten davon wie der sprichwörtliche weiße Elefant im virtuellen Sitzungsraum stehen, wenn an diesem Montagvormittag die neugewählten Spitzengremien der Partei zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammenkommen. Zuerst tagt das Präsidium, der engste Führungszirkel um den Vorsitzenden, danach das größere Präsidium. Wie wird die Stimmung nach der knappen Stichwahl-Entscheidung auf dem Online-Parteitag am 16. Januar sein?

Auf den 59-jährigen Laschet warten eine Menge Herausforderungen neben den Aufgaben als Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes und dem Kampf gegen die Corona-Pandemie. Eine Übersicht:

– Die FM-Frage: Zwar hat Laschet bei der abschließenden Briefwahl mit mehr als 80 Prozent Zustimmung dann doch noch breite Rückendeckung bekommen. Doch kann er den im Kampf um die Parteispitze knapp unterlegenen Friedrich Merz (Kürzel: FM) – Liebling des Wirtschaftsflügels und vieler Konservativer – einbinden und eine Spaltung der CDU zum Start ins Superwahljahr verhindern?

Merz hatte selbst viele Anhänger düpiert, als er noch auf dem Parteitag von Laschet verlangte, dieser solle dafür sorgen, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihn als Wirtschaftsminister ins Kabinett hole. Dabei ist allgemein bekannt, dass Merkel und Merz tiefe Abneigung verbindet.

Der 65-jährige Merz hat daraufhin zwar angekündigt, helfen zu wollen, die nächsten Wahlen zu gewinnen. Doch offen ist weiterhin die Frage: In welcher Funktion? Merz hatte sein Hilfsangebot mit der Bemerkung verbunden, das gehe «in den nächsten Monaten auch ohne politisches Amt». War das ein Wink mit dem Zaunpfahl an Laschet, ihn als Wirtschaftsfachmann in ein mögliches Schattenkabinett zu holen, sollte der CDU-Chef tatsächlich Kanzlerkandidat werden?

Für Laschet böte ein solcher Schachzug nach Einschätzung mancher in der Partei neben der Chance, das Merz-Lager vorerst zu befrieden, ein nicht unerhebliches Risiko. Er würde einen Mann an seine Seite holen, der ihm beim wohl wichtigsten Wahlkampfthema die Butter vom Brot nehmen könnte. Denn als Folge der Corona-Krise dürfte der Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Massenpleiten das wohl wichtigste Wahlkampfthema werden. Und von Merz ist bekannt, dass er sich selbst beim Wirtschaftsthema für den kompetentesten Experten hält.

Ob Laschet das gelegen kommt? Auf der anderen Seite hat er als NRW-Ministerpräsident bewiesen, dass er alle Flügel der Partei ins Kabinett einbinden kann.

Doch auch für Merz wäre es ein Risiko, sollte er einen Ministerposten anpeilen. Denn falls Laschet als Kanzlerkandidat die Bundestagswahl gewinnt und eine Regierung bilden könnte, stünde er vor dem Problem, dass sehr viele Politiker aus seinem Heimatland Nordrhein-Westfalen auf Spitzenposten spekulieren. Wohl zu viele für den Geschmack der anderen CDU-Landesverbände. So dürfte Laschets Teampartner, Gesundheitsminister Jens Spahn, erneut auf ein wichtiges Ministeramt hoffen. Gleiches könnte für Norbert Röttgen gelten, der im Kampf um den Parteivorsitz einen Achtungserfolg erzielt hatte und ins Präsidium eingezogen war. Ihm wird nachgesagt, er liebäugele mit dem Außenressort.

Noch mehr CDU-Spitzenpolitiker kommen aus NRW: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus, von dem bekannt ist, dass er gerne auf diesem Posten bliebe. Oder CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, der nach seiner von allen Seiten gelobten Organisation des Führungswechsels in der CDU wohl eine wichtige Aufgabe unter Laschet behalten dürfte. Eine verzwickte Aufgabe für Laschet – ob da noch Platz für Merz ist?

– Die K-Frage: Erst nach den für die CDU wichtigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Mitte März wird von den Unionsspitzen wohl entschieden, wer Kanzlerkandidat wird – das haben CSU-Chef Markus Söder und Laschet durchblicken lassen. Womöglich werde man sich Zeit lassen bis nach Ostern, also bis Anfang April. Hier gibt es also keinen akuten Handlungsdruck für Laschet.

– Die Partei: Recht rasch wird Laschet aber wohl entscheiden müssen, wie er die Parteizentrale, das Adenauerhaus, auf sich zuschneidet. Wie teilt er seine Aufgaben als Regierungschef in Düsseldorf und Parteichef in Berlin auf? Spätestens wenn die Corona-Krise abflaut, dürften viele Gremiensitzungen wieder in Präsenz stattfinden – zwei Mal im Monat, so war es in der Vergangenheit die Regel. Und auch zu den Fraktionssitzungen dürfte Laschet eingeladen sein, oder zu Koalitionsausschüssen. Die Pendelei zwischen Rhein und Spree wird für den neuen CDU-Chef jedenfalls ganz schön zeitaufwendig werden.

– Der Wahlkampf: Schon Laschets Amtsvorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte das Ziel, inhaltliche Leerstellen in der CDU zu füllen und mit Köpfen zu verbinden. Nachdem daraus in der knapp einjährigen Hängepartie an der Parteispitze wegen der Pandemie nichts geworden ist, fällt nun Laschet diese Aufgabe zu. Auf dem Parteitag hatte er wichtige Themen genannt: Wirtschaft und Ökologie zusammen- und die Digitalisierung voranbringen. Dazu das Soziale, die Bildung, Europa und Internationales – als «Mannschaftskapitän der führt und zusammenführt» hatte er sich da beschrieben.

Laschet dürfte nun bald mit der Parteispitze beraten, die der Wahlkampf konkret aussehen soll. Zwei Hinweise hat er schon gegeben: In seiner Bewerbungsrede auf dem Online-Parteitag ging es auffallend oft um Vertrauen. Und bei seinen Auftritten vor der CDU in den wahlkämpfenden Landesverbänden Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kündigte Laschet am Wochenende einen Richtungswahlkampf an: gegen ein rot-rot-grünes Linksbündnis.

Doch so richtig kann der Wahlkampf erst losgehen, wenn klar ist, wer Kanzlerkandidat wird – Laschet oder doch der bayerische Ministerpräsident Söder. Aber für die Planung der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs ist ja auch nach Ostern noch viel Zeit.

dpa

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Laschets Baustellen

25.01.2021, 07:47 Uhr

Gut eine Woche nach seiner Wahl kommt der CDU-Vorsitzende Armin Laschet erstmals mit seiner neuen Parteispitze zusammen. Er und die CDU stehen im Superwahljahr vor riesigen Herausforderungen.

Es sind große Baustellen, vor denen Armin Laschet als neuer CDU-Chef steht.

Gut möglich, dass die größten davon wie der sprichwörtliche weiße Elefant im virtuellen Sitzungsraum stehen, wenn an diesem Montagvormittag die neugewählten Spitzengremien der Partei zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammenkommen. Zuerst tagt das Präsidium, der engste Führungszirkel um den Vorsitzenden, danach das größere Präsidium. Wie wird die Stimmung nach der knappen Stichwahl-Entscheidung auf dem Online-Parteitag am 16. Januar sein?

Auf den 59-jährigen Laschet warten eine Menge Herausforderungen neben den Aufgaben als Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes und dem Kampf gegen die Corona-Pandemie. Eine Übersicht:

– Die FM-Frage: Zwar hat Laschet bei der abschließenden Briefwahl mit mehr als 80 Prozent Zustimmung dann doch noch breite Rückendeckung bekommen. Doch kann er den im Kampf um die Parteispitze knapp unterlegenen Friedrich Merz (Kürzel: FM) – Liebling des Wirtschaftsflügels und vieler Konservativer – einbinden und eine Spaltung der CDU zum Start ins Superwahljahr verhindern?

Merz hatte selbst viele Anhänger düpiert, als er noch auf dem Parteitag von Laschet verlangte, dieser solle dafür sorgen, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihn als Wirtschaftsminister ins Kabinett hole. Dabei ist allgemein bekannt, dass Merkel und Merz tiefe Abneigung verbindet.

Der 65-jährige Merz hat daraufhin zwar angekündigt, helfen zu wollen, die nächsten Wahlen zu gewinnen. Doch offen ist weiterhin die Frage: In welcher Funktion? Merz hatte sein Hilfsangebot mit der Bemerkung verbunden, das gehe «in den nächsten Monaten auch ohne politisches Amt». War das ein Wink mit dem Zaunpfahl an Laschet, ihn als Wirtschaftsfachmann in ein mögliches Schattenkabinett zu holen, sollte der CDU-Chef tatsächlich Kanzlerkandidat werden?

Für Laschet böte ein solcher Schachzug nach Einschätzung mancher in der Partei neben der Chance, das Merz-Lager vorerst zu befrieden, ein nicht unerhebliches Risiko. Er würde einen Mann an seine Seite holen, der ihm beim wohl wichtigsten Wahlkampfthema die Butter vom Brot nehmen könnte. Denn als Folge der Corona-Krise dürfte der Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Massenpleiten das wohl wichtigste Wahlkampfthema werden. Und von Merz ist bekannt, dass er sich selbst beim Wirtschaftsthema für den kompetentesten Experten hält.

Ob Laschet das gelegen kommt? Auf der anderen Seite hat er als NRW-Ministerpräsident bewiesen, dass er alle Flügel der Partei ins Kabinett einbinden kann.

Doch auch für Merz wäre es ein Risiko, sollte er einen Ministerposten anpeilen. Denn falls Laschet als Kanzlerkandidat die Bundestagswahl gewinnt und eine Regierung bilden könnte, stünde er vor dem Problem, dass sehr viele Politiker aus seinem Heimatland Nordrhein-Westfalen auf Spitzenposten spekulieren. Wohl zu viele für den Geschmack der anderen CDU-Landesverbände. So dürfte Laschets Teampartner, Gesundheitsminister Jens Spahn, erneut auf ein wichtiges Ministeramt hoffen. Gleiches könnte für Norbert Röttgen gelten, der im Kampf um den Parteivorsitz einen Achtungserfolg erzielt hatte und ins Präsidium eingezogen war. Ihm wird nachgesagt, er liebäugele mit dem Außenressort.

Noch mehr CDU-Spitzenpolitiker kommen aus NRW: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus, von dem bekannt ist, dass er gerne auf diesem Posten bliebe. Oder CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, der nach seiner von allen Seiten gelobten Organisation des Führungswechsels in der CDU wohl eine wichtige Aufgabe unter Laschet behalten dürfte. Eine verzwickte Aufgabe für Laschet – ob da noch Platz für Merz ist?

– Die K-Frage: Erst nach den für die CDU wichtigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Mitte März wird von den Unionsspitzen wohl entschieden, wer Kanzlerkandidat wird – das haben CSU-Chef Markus Söder und Laschet durchblicken lassen. Womöglich werde man sich Zeit lassen bis nach Ostern, also bis Anfang April. Hier gibt es also keinen akuten Handlungsdruck für Laschet.

– Die Partei: Recht rasch wird Laschet aber wohl entscheiden müssen, wie er die Parteizentrale, das Adenauerhaus, auf sich zuschneidet. Wie teilt er seine Aufgaben als Regierungschef in Düsseldorf und Parteichef in Berlin auf? Spätestens wenn die Corona-Krise abflaut, dürften viele Gremiensitzungen wieder in Präsenz stattfinden – zwei Mal im Monat, so war es in der Vergangenheit die Regel. Und auch zu den Fraktionssitzungen dürfte Laschet eingeladen sein, oder zu Koalitionsausschüssen. Die Pendelei zwischen Rhein und Spree wird für den neuen CDU-Chef jedenfalls ganz schön zeitaufwendig werden.

– Der Wahlkampf: Schon Laschets Amtsvorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte das Ziel, inhaltliche Leerstellen in der CDU zu füllen und mit Köpfen zu verbinden. Nachdem daraus in der knapp einjährigen Hängepartie an der Parteispitze wegen der Pandemie nichts geworden ist, fällt nun Laschet diese Aufgabe zu. Auf dem Parteitag hatte er wichtige Themen genannt: Wirtschaft und Ökologie zusammen- und die Digitalisierung voranbringen. Dazu das Soziale, die Bildung, Europa und Internationales – als «Mannschaftskapitän der führt und zusammenführt» hatte er sich da beschrieben.

Laschet dürfte nun bald mit der Parteispitze beraten, die der Wahlkampf konkret aussehen soll. Zwei Hinweise hat er schon gegeben: In seiner Bewerbungsrede auf dem Online-Parteitag ging es auffallend oft um Vertrauen. Und bei seinen Auftritten vor der CDU in den wahlkämpfenden Landesverbänden Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kündigte Laschet am Wochenende einen Richtungswahlkampf an: gegen ein rot-rot-grünes Linksbündnis.

Doch so richtig kann der Wahlkampf erst losgehen, wenn klar ist, wer Kanzlerkandidat wird – Laschet oder doch der bayerische Ministerpräsident Söder. Aber für die Planung der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs ist ja auch nach Ostern noch viel Zeit.

dpa

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«Dschungelshow»-Kandidaten bekommen Stromschläge

RTL-Sendung
«Dschungelshow»-Kandidaten bekommen Stromschläge

Xenia von Sachsen kommt 2019 zu einer Veranstaltung in Hamburg. Nun stellt sie sich den Prüfugnen in der «Dschungelshow». Foto: Georg Wendt/dpa
© dpa-infocom GmbH

25.01.2021, 01:15 Uhr

Bei den Skorpionen, Vogelspinnen und Schlangen taten sich die Kandidaten nicht allzu schwer. Doch bei der entscheidendne Prüfung waren sie einfach zu leise.

Die aktuellen drei Kandidaten der RTL-«Dschungelshow» haben bei einer Prüfung am Sonntagabend leichte Stromschläge verabreicht bekommen.

Die Realitysternchen Xenia von Sachsen (34, «Das Sommerhaus der Stars»), Djamila Rowe (53, «Die Alm») und Filip Pavlovic (26, «Die Bachelorette») mussten zunächst Holzschilder aus Glaskästen sammeln, durch die wahlweise Skorpione, Vogelspinnen oder Schlangen krochen. Damit taten sie sich noch nicht allzu schwer. Danach mussten sie aber 15 Sekunden Text zu einem Stichwort erfinden und schreien.

Als schließlich mindestens 90 Dezibel gefragt waren, RTL zufolge der Lärm einer knallenden Tür, waren alle drei zu leise. Prompt gab eine Armbinde die zuvor angedrohten Stromschläge ab. Von Sachsen entfuhr zwei Mal ein «Aua», danach beteuerte er aber «das tut gar nicht weh». Auch Rowe schrie kurz auf. «Das haut ja richtig rein», sagte Pavlovic.

Bei der Telefonabstimmung der Zuschauer, die noch keine Konsequenzen hat, geriet Rowe ins Hintertreffen und landete auf Platz drei. Von Sachsen belegte den zweiten Plaz. An der Spitze lag Pavlovic.

Dieses Jahr findet wegen der Corona-Pandemie eine Alternativ-Show zum «Dschungelcamp» statt. Von zwölf Kandidaten gehen je drei in eine winzige Hütte in einem Studio in Hürth bei Köln. Nach drei Tagen als Trio fliegt ein Teilnehmer aus der Sendung, die anderen beiden dürfen später ins Halbfinale.

dpa

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«Dschungelshow»-Kandidaten bekommen Stromschläge

RTL-Sendung
«Dschungelshow»-Kandidaten bekommen Stromschläge

Xenia von Sachsen kommt 2019 zu einer Veranstaltung in Hamburg. Nun stellt sie sich den Prüfugnen in der «Dschungelshow». Foto: Georg Wendt/dpa
© dpa-infocom GmbH

25.01.2021, 01:15 Uhr

Bei den Skorpionen, Vogelspinnen und Schlangen taten sich die Kandidaten nicht allzu schwer. Doch bei der entscheidendne Prüfung waren sie einfach zu leise.

Die aktuellen drei Kandidaten der RTL-«Dschungelshow» haben bei einer Prüfung am Sonntagabend leichte Stromschläge verabreicht bekommen.

Die Realitysternchen Xenia von Sachsen (34, «Das Sommerhaus der Stars»), Djamila Rowe (53, «Die Alm») und Filip Pavlovic (26, «Die Bachelorette») mussten zunächst Holzschilder aus Glaskästen sammeln, durch die wahlweise Skorpione, Vogelspinnen oder Schlangen krochen. Damit taten sie sich noch nicht allzu schwer. Danach mussten sie aber 15 Sekunden Text zu einem Stichwort erfinden und schreien.

Als schließlich mindestens 90 Dezibel gefragt waren, RTL zufolge der Lärm einer knallenden Tür, waren alle drei zu leise. Prompt gab eine Armbinde die zuvor angedrohten Stromschläge ab. Von Sachsen entfuhr zwei Mal ein «Aua», danach beteuerte er aber «das tut gar nicht weh». Auch Rowe schrie kurz auf. «Das haut ja richtig rein», sagte Pavlovic.

Bei der Telefonabstimmung der Zuschauer, die noch keine Konsequenzen hat, geriet Rowe ins Hintertreffen und landete auf Platz drei. Von Sachsen belegte den zweiten Plaz. An der Spitze lag Pavlovic.

Dieses Jahr findet wegen der Corona-Pandemie eine Alternativ-Show zum «Dschungelcamp» statt. Von zwölf Kandidaten gehen je drei in eine winzige Hütte in einem Studio in Hürth bei Köln. Nach drei Tagen als Trio fliegt ein Teilnehmer aus der Sendung, die anderen beiden dürfen später ins Halbfinale.

dpa

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«Dschungelshow»-Kandidaten bekommen Stromschläge

RTL-Sendung
«Dschungelshow»-Kandidaten bekommen Stromschläge

Xenia von Sachsen kommt 2019 zu einer Veranstaltung in Hamburg. Nun stellt sie sich den Prüfugnen in der «Dschungelshow». Foto: Georg Wendt/dpa
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25.01.2021, 01:15 Uhr

Bei den Skorpionen, Vogelspinnen und Schlangen taten sich die Kandidaten nicht allzu schwer. Doch bei der entscheidendne Prüfung waren sie einfach zu leise.

Die aktuellen drei Kandidaten der RTL-«Dschungelshow» haben bei einer Prüfung am Sonntagabend leichte Stromschläge verabreicht bekommen.

Die Realitysternchen Xenia von Sachsen (34, «Das Sommerhaus der Stars»), Djamila Rowe (53, «Die Alm») und Filip Pavlovic (26, «Die Bachelorette») mussten zunächst Holzschilder aus Glaskästen sammeln, durch die wahlweise Skorpione, Vogelspinnen oder Schlangen krochen. Damit taten sie sich noch nicht allzu schwer. Danach mussten sie aber 15 Sekunden Text zu einem Stichwort erfinden und schreien.

Als schließlich mindestens 90 Dezibel gefragt waren, RTL zufolge der Lärm einer knallenden Tür, waren alle drei zu leise. Prompt gab eine Armbinde die zuvor angedrohten Stromschläge ab. Von Sachsen entfuhr zwei Mal ein «Aua», danach beteuerte er aber «das tut gar nicht weh». Auch Rowe schrie kurz auf. «Das haut ja richtig rein», sagte Pavlovic.

Bei der Telefonabstimmung der Zuschauer, die noch keine Konsequenzen hat, geriet Rowe ins Hintertreffen und landete auf Platz drei. Von Sachsen belegte den zweiten Plaz. An der Spitze lag Pavlovic.

Dieses Jahr findet wegen der Corona-Pandemie eine Alternativ-Show zum «Dschungelcamp» statt. Von zwölf Kandidaten gehen je drei in eine winzige Hütte in einem Studio in Hürth bei Köln. Nach drei Tagen als Trio fliegt ein Teilnehmer aus der Sendung, die anderen beiden dürfen später ins Halbfinale.

dpa

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Müller: Debatte über Lockerungen wenig sinnvoll

Berlin. Für Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) kommt die Debatte über Lockerungen der Coronamaßnahmen nach dem zunächst bis Mitte Februar vereinbarten Lockdown zu früh. “Jetzt über konkrete Daten für Lockerungen zu sprechen, wo wir kaum absehen können, wie sich die britische Mutante in den nächsten drei Wochen auswirkt, halte ich aktuell für wenig sinnvoll”, sagte Müller der “Berliner Zeitung” (Montag-Ausgabe).

Der Ausbruch am Humboldt-Klinikum in Berlin-Reinickendorf, wo sich 20 Menschen mit der Corona-Mutation angesteckt haben, bereitet Müller seinen Angaben zufolge große Sorgen. “Es muss jetzt alles darangesetzt werden, die Infektionszahlen weiter zu senken, und da sind wir bundesweit, aber vor allem auch in Berlin, auf dem richtigen Weg. Ein unbedachter Abbruch dieses Wegs wäre fatal.”
© dpa-infocom, dpa:210124-99-152709/2


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Author: dpa

Twitch-Star «Knossi» kommt ins Fernsehen

Täglich frisch geröstet
Twitch-Star «Knossi» kommt ins Fernsehen

Die Krone ist sein Markenzeichen: Jens «Knossi» Knossalla. Foto: Christoph Hardt/Geisler-Fotopress/dpa
© dpa-infocom GmbH

24.01.2021, 17:07 Uhr

Wem das Wort «Twitch» etwas sagt, der kennt auch Jens «Knossi» Knossalla. Mehr als 1,5 Millionen folgen dem Web-Star. Im Windschatten der RTL-Dschungelshow beginnt nun seine TV-Karriere.

Millionen kennen ihn von der Streaming-Plattform Twitch: Die Internet-Größe Jens «Knossi» Knossalla bekommt eine Fernsehsendung. Es ist eine neue Show bei RTL. «Mehr als zehn Jahre habe ich dafür gekämpft, eine Late-Night-Show zu moderieren und nun soll es soweit sein», wird Knossalla in einer RTL-Mitteilung zitiert.

Die ersten beiden Folgen seines Formats «Täglich frisch geröstet» laufen am Dienstag und Donnerstag. Sie werden live ausgestrahlt, um 23.15 Uhr im Anschluss an die RTL-Dschungelshow. Die Idee für «Täglich frisch geröstet» stammt von Stefan Raab. Er freue sich riesig auf die Zusammenarbeit mit seinem Vorbild, meinte Knossalla.

Der selbst ernannte «König des Internets», dessen Markenzeichen eine goldene Krone ist, wurde auf der Streaming-Plattform Twitch zum Star und hat sich mittlerweile eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut: Auf Twitch folgen dem Baden-Württemberger 1,5 Millionen, auf Instagram 1,3 Millionen und auf Youtube rund 1,2 Millionen Menschen.

Twitch wurde 2011 als Live-Streaming-Videoportal gegründet, hauptsächlich für das Übertragen von Videospielen. 2014 übernahm der Internetriese Amazon die Plattform für fast eine Milliarde US-Dollar. Auf Twitch können Nutzer nachvollziehen, was bestimmte Stars auf ihrem eigenen Bildschirm sehen, etwa bei Videospielen oder Schachpartien.

Angemeldete User haben die Möglichkeit, während eines Streams Geld zu spenden oder die Kanäle ihrer Idole kostenpflichtig zu abonnieren. Das Geld soll auch dazu dienen, dass die Stars davon leben und weiter für ihre Fans streamen können.

Die von Raab TV produzierte Show folgt dem klassischen Late-Night-Konzept mit Live-Band, wechselnden Gästen und kurzen Einspielern. Die Show moderieren zu dürfen, sei für ihn ein unglaubliches Gefühl, sagte der 34-Jährige vor wenigen Tagen in einem seiner Streams, mittlerweile auch auf seinem Youtube-Kanal zu sehen. In dem Video versprach Knossalla auch, dass er seine Twitch-Aktivitäten trotz des neuen Jobs nicht vernachlässigen werde.

In der Vergangenheit ist Knossi jedoch auch in die Kritik geraten: Immer wieder musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, Jugendliche durch Casino-Streams zum Glückspiel zu verleiten. Nach einer ZDF-Reportage veröffentlichte der Influencer auf seinem YouTube-Kanal eine Stellungnahme, in der er erklärte, künftig keine Glücksspiel-Streams mehr zu produzieren. Er habe sich viele Gedanken gemacht und sei zu dem Schluss gekommen, dass er die Ausstrahlung seiner Casino-Formate nicht mehr mit sich selbst vereinbaren könne.

dpa

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Twitch-Star «Knossi» kommt ins Fernsehen

Täglich frisch geröstet
Twitch-Star «Knossi» kommt ins Fernsehen

Die Krone ist sein Markenzeichen: Jens «Knossi» Knossalla. Foto: Christoph Hardt/Geisler-Fotopress/dpa
© dpa-infocom GmbH

24.01.2021, 17:07 Uhr

Wem das Wort «Twitch» etwas sagt, der kennt auch Jens «Knossi» Knossalla. Mehr als 1,5 Millionen folgen dem Web-Star. Im Windschatten der RTL-Dschungelshow beginnt nun seine TV-Karriere.

Millionen kennen ihn von der Streaming-Plattform Twitch: Die Internet-Größe Jens «Knossi» Knossalla bekommt eine Fernsehsendung. Es ist eine neue Show bei RTL. «Mehr als zehn Jahre habe ich dafür gekämpft, eine Late-Night-Show zu moderieren und nun soll es soweit sein», wird Knossalla in einer RTL-Mitteilung zitiert.

Die ersten beiden Folgen seines Formats «Täglich frisch geröstet» laufen am Dienstag und Donnerstag. Sie werden live ausgestrahlt, um 23.15 Uhr im Anschluss an die RTL-Dschungelshow. Die Idee für «Täglich frisch geröstet» stammt von Stefan Raab. Er freue sich riesig auf die Zusammenarbeit mit seinem Vorbild, meinte Knossalla.

Der selbst ernannte «König des Internets», dessen Markenzeichen eine goldene Krone ist, wurde auf der Streaming-Plattform Twitch zum Star und hat sich mittlerweile eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut: Auf Twitch folgen dem Baden-Württemberger 1,5 Millionen, auf Instagram 1,3 Millionen und auf Youtube rund 1,2 Millionen Menschen.

Twitch wurde 2011 als Live-Streaming-Videoportal gegründet, hauptsächlich für das Übertragen von Videospielen. 2014 übernahm der Internetriese Amazon die Plattform für fast eine Milliarde US-Dollar. Auf Twitch können Nutzer nachvollziehen, was bestimmte Stars auf ihrem eigenen Bildschirm sehen, etwa bei Videospielen oder Schachpartien.

Angemeldete User haben die Möglichkeit, während eines Streams Geld zu spenden oder die Kanäle ihrer Idole kostenpflichtig zu abonnieren. Das Geld soll auch dazu dienen, dass die Stars davon leben und weiter für ihre Fans streamen können.

Die von Raab TV produzierte Show folgt dem klassischen Late-Night-Konzept mit Live-Band, wechselnden Gästen und kurzen Einspielern. Die Show moderieren zu dürfen, sei für ihn ein unglaubliches Gefühl, sagte der 34-Jährige vor wenigen Tagen in einem seiner Streams, mittlerweile auch auf seinem Youtube-Kanal zu sehen. In dem Video versprach Knossalla auch, dass er seine Twitch-Aktivitäten trotz des neuen Jobs nicht vernachlässigen werde.

In der Vergangenheit ist Knossi jedoch auch in die Kritik geraten: Immer wieder musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, Jugendliche durch Casino-Streams zum Glückspiel zu verleiten. Nach einer ZDF-Reportage veröffentlichte der Influencer auf seinem YouTube-Kanal eine Stellungnahme, in der er erklärte, künftig keine Glücksspiel-Streams mehr zu produzieren. Er habe sich viele Gedanken gemacht und sei zu dem Schluss gekommen, dass er die Ausstrahlung seiner Casino-Formate nicht mehr mit sich selbst vereinbaren könne.

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Keine Vermögensprüfung mehr: Kommt die große Hartz-IV-Reform?

Vorschlag von Hubertus Heil
Keine Vermögensprüfung mehr: Kommt die große Hartz-IV-Reform?

Hubertus Heil (SPD) will auf eine Vermögensprüfung bei Hartz-IV-Beziehern verzichten.
© Kay Nietfeld / Picture Alliance

24.01.2021, 12:06 Uhr

Normalerweise wird bei Hartz-IV-Bezugsberechtigten eine Vermögensprüfung vollzogen. Hubertus Heil schlägt vor, dies in den ersten zwei Jahren des Bezugs zu unterlassen. 

Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de.

Diese Idee hat es in sich: Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) schlägt vor, dass bei Beziehern von Arbeitslosengeld II in den ersten zwei Jahren auf eine Einkommensprüfung verzichtet werden soll. Auch die Wohnungs- und Mietkosten sollen demnach bei der Berechnung des Hartz-IV-Satzes keine Rolle mehr spielen. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Pläne, hagelte es allerdings bereits Kritik an der langersehnten Hartz-IV-Reform.

Seit über 15 Jahren scheint sich die SPD in einem Hartz-IV-“Dauer-Trauma” zu befinden. Immer wieder wurden Rufe nach Veränderungen laut, viel passiert ist aber nicht. Das könnte sich mit den jetzt bekannt gewordenen Plänen von Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil ändern. Er will nun endlich das schaffen, was schon viele versucht haben: Eine dauerhafte Reform der Hartz-IV-Regeln. Dabei solle Hartz IV künftig nicht mehr nur einfach eine Grundsicherung sein, sondern viel mehr “ein Bürgergeld, für das sich niemand schämen muss, der es braucht”, sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenmagazin “Spiegel”.

Heil will sozialen Aufstieg erleichtern

Konkret sehen die Pläne des Ministers vor, dass künftig nicht mehr geprüft werden solle, ob jemand Ersparnisse bis zu 60.000 Euro hat oder wie groß die Wohnung ist. Sein Vorschlag sei, dass während einer Karenzzeit von zwei Jahren Vermögen bis zu der genannten Summe geschützt und Mietkosten nicht auf Angemessenheit überprüft werden sollen. Diese vereinfachten Regeln gelten aktuell wegen der Corona-Pandemie und sollen nach Ansicht des Ministers dauerhaft in Kraft bleiben.

Die Ziele von Hubertus Heil sind groß, sein Reformpaket ist ambitioniert und will nicht weniger als den sozialen Aufstieg ermöglichen. Viel zu lange würden Menschen in der Grundsicherung verharren, statt sich durch Weiterbildungen für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Wer in Zukunft eine Weiterbildung absolviere, erhalte dafür einen Bonus von 75 Euro. Fortbildungen und ein Berufsabschluss sollten in Zukunft vor der kurzfristigen Vermittlung von Arbeit stehen, verspricht der Gesetzesentwurf. Die damit verbundene Hoffnung: Die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten zu erhöhen. “Unsere sozialen Sicherungssysteme schützen zwar, aber sie ermöglichen zu selten sozialen Aufstieg”, kritisiert Heil im “Spiegel”. Fördern statt Fordern rückt bei dem Gesetzesentwurf noch mehr in den Fokus.

Kritik am Gesetzesentwurf

Der Gesetzesentwurf ist noch taufrisch, da hagelte es schon Kritik am “Heilschen” Reformpaket. “Der Verzicht auf Sanktionen und die Erhöhung der Leistungen sind die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens durch die Hintertür”, heißt es vom sozialpolitischen Sprecher der FDP Pascal Kober. Die Pläne zur Reform von Hartz IV würden Schätzungen zu Folge rund 550 Millionen Euro kosten. Geld, das nach Ansicht der FDP an anderer Stelle besser aufgehoben wäre: “Die dafür nötigen Milliardenbeträge wären in Bildung und berufliche Qualifizierung der betroffenen Personen besser investiert”, so Kober.

Kritik kommt auch vom Koalitionspartner im Bund. Bei den coronabedingten Sonderregelungen wäre man zwar grundsätzlich gesprächsbereit, doch “wir stehen weiterhin zu dem Grundsatz ‘Fördern und Fordern’ und lehnen auch eine Entfristung dieser Sonderregelungen ab”, reagierte der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Peter Weiß, auf die Vorschläge. Auch er befürchte eine schleichende Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.

Wann könnte die Reform kommen?

Lob kommt hingegen von Heils Parteikollegen. Finanzminister und Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) begrüßt die Reform-Vorschläge und sagte der Rheinischen Post: “Die Bürgerinnen und Bürger wollen einen Sozialstaat, auf den sie sich verlassen können.” Das würde der Gesetzesentwurf erreichen. Fast euphorisch reagiert DGB-Chef Rainer Hoffmann: “Das ist ein sozialpolitischer Meilenstein.” Doch bis der geplante Gesetzesentwurf in Kraft tritt, dauert es noch. Am Ende muss Heil vor allem den Koalitionspartner überzeugen, dass sein Entwurf in Bundestag und Bundesrat durchgewunken wird.

RTL.de

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Keine Vermögensprüfung mehr: Kommt die große Hartz-IV-Reform?

Vorschlag von Hubertus Heil
Keine Vermögensprüfung mehr: Kommt die große Hartz-IV-Reform?

Hubertus Heil (SPD) will auf eine Vermögensprüfung bei Hartz-IV-Beziehern verzichten.
© Kay Nietfeld / Picture Alliance

24.01.2021, 12:06 Uhr

Normalerweise wird bei Hartz-IV-Bezugsberechtigten eine Vermögensprüfung vollzogen. Hubertus Heil schlägt vor, dies in den ersten zwei Jahren des Bezugs zu unterlassen. 

Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de.

Diese Idee hat es in sich: Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) schlägt vor, dass bei Beziehern von Arbeitslosengeld II in den ersten zwei Jahren auf eine Einkommensprüfung verzichtet werden soll. Auch die Wohnungs- und Mietkosten sollen demnach bei der Berechnung des Hartz-IV-Satzes keine Rolle mehr spielen. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Pläne, hagelte es allerdings bereits Kritik an der langersehnten Hartz-IV-Reform.

Seit über 15 Jahren scheint sich die SPD in einem Hartz-IV-“Dauer-Trauma” zu befinden. Immer wieder wurden Rufe nach Veränderungen laut, viel passiert ist aber nicht. Das könnte sich mit den jetzt bekannt gewordenen Plänen von Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil ändern. Er will nun endlich das schaffen, was schon viele versucht haben: Eine dauerhafte Reform der Hartz-IV-Regeln. Dabei solle Hartz IV künftig nicht mehr nur einfach eine Grundsicherung sein, sondern viel mehr “ein Bürgergeld, für das sich niemand schämen muss, der es braucht”, sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenmagazin “Spiegel”.

Heil will sozialen Aufstieg erleichtern

Konkret sehen die Pläne des Ministers vor, dass künftig nicht mehr geprüft werden solle, ob jemand Ersparnisse bis zu 60.000 Euro hat oder wie groß die Wohnung ist. Sein Vorschlag sei, dass während einer Karenzzeit von zwei Jahren Vermögen bis zu der genannten Summe geschützt und Mietkosten nicht auf Angemessenheit überprüft werden sollen. Diese vereinfachten Regeln gelten aktuell wegen der Corona-Pandemie und sollen nach Ansicht des Ministers dauerhaft in Kraft bleiben.

Die Ziele von Hubertus Heil sind groß, sein Reformpaket ist ambitioniert und will nicht weniger als den sozialen Aufstieg ermöglichen. Viel zu lange würden Menschen in der Grundsicherung verharren, statt sich durch Weiterbildungen für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Wer in Zukunft eine Weiterbildung absolviere, erhalte dafür einen Bonus von 75 Euro. Fortbildungen und ein Berufsabschluss sollten in Zukunft vor der kurzfristigen Vermittlung von Arbeit stehen, verspricht der Gesetzesentwurf. Die damit verbundene Hoffnung: Die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten zu erhöhen. “Unsere sozialen Sicherungssysteme schützen zwar, aber sie ermöglichen zu selten sozialen Aufstieg”, kritisiert Heil im “Spiegel”. Fördern statt Fordern rückt bei dem Gesetzesentwurf noch mehr in den Fokus.

Kritik am Gesetzesentwurf

Der Gesetzesentwurf ist noch taufrisch, da hagelte es schon Kritik am “Heilschen” Reformpaket. “Der Verzicht auf Sanktionen und die Erhöhung der Leistungen sind die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens durch die Hintertür”, heißt es vom sozialpolitischen Sprecher der FDP Pascal Kober. Die Pläne zur Reform von Hartz IV würden Schätzungen zu Folge rund 550 Millionen Euro kosten. Geld, das nach Ansicht der FDP an anderer Stelle besser aufgehoben wäre: “Die dafür nötigen Milliardenbeträge wären in Bildung und berufliche Qualifizierung der betroffenen Personen besser investiert”, so Kober.

Kritik kommt auch vom Koalitionspartner im Bund. Bei den coronabedingten Sonderregelungen wäre man zwar grundsätzlich gesprächsbereit, doch “wir stehen weiterhin zu dem Grundsatz ‘Fördern und Fordern’ und lehnen auch eine Entfristung dieser Sonderregelungen ab”, reagierte der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Peter Weiß, auf die Vorschläge. Auch er befürchte eine schleichende Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.

Wann könnte die Reform kommen?

Lob kommt hingegen von Heils Parteikollegen. Finanzminister und Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) begrüßt die Reform-Vorschläge und sagte der Rheinischen Post: “Die Bürgerinnen und Bürger wollen einen Sozialstaat, auf den sie sich verlassen können.” Das würde der Gesetzesentwurf erreichen. Fast euphorisch reagiert DGB-Chef Rainer Hoffmann: “Das ist ein sozialpolitischer Meilenstein.” Doch bis der geplante Gesetzesentwurf in Kraft tritt, dauert es noch. Am Ende muss Heil vor allem den Koalitionspartner überzeugen, dass sein Entwurf in Bundestag und Bundesrat durchgewunken wird.

RTL.de

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